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Lübeck im Spätsommer

September22

Die Last der Arbeit ruht und man hat viel Zeit. Versucht sich treiben zu lassen. Vergessenes nachholend. Einfach entspannend auf dem Sofa sitzend und in die Dummbox glotzend. Dabei zeigt sich der Spätsommer von seiner schönsten Seite. Wärmende Sonnenstrahlen zwinkern durch die sich lichtenden Bäume und laden zum Freigang ein. Nachdem ich so oft meine Heimatstadt verunglimpfte, ist es an der Zeit für die alte Dame eine Lanze zu brechen. Die Altstandtinsel von Wasser umgeben. Wege mit herbstlichen Laub und den Geruch von Wasser in der Nase habend, kann man sich wirklich in Lübeck verlieben. Kultur und Einkaufsmöglichkeiten gibt es. Die Cafehauskultur entwickelt sich und viele kleine Gassen mit alten, backsteinernden Häusern laden zum Entdecken ein. Schon schön. Aber einst ist ein ständiges Ärgernis. Lübecks Straßen und Verkehr. Grausam. Am besten man ist radelnd oder auf Schuster Rappen unterwegs. Dann und nur dann macht Lübeck wirklich Spaß. Ich liebe Lübeck.

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Neues aus Schilda - Lübecks Baustellen

Juli17

Nicht nur auf den Autobahnen werden pünktlich zum Ferienbeginn Baustellen eingerichtet. Die Mineralölgesellschaften und der Staatssäckel reiben sich die Hände. Es scheint so, dass Lübeck dem nicht nachstehen will. An vielen Ecken in Lübeck beherrschen die Straßenbauer das Bild. Gleich mehrere Baustellen bringen den Verkehr in den Stoßzeiten zum Erliegen. Für den Ausstehenden hat es den Eindruck, dass viele Maßnahmen nicht koordiniert sind. Statt nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, schieben sich die Parteien und Interessenverbände gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Wahrlich schmunzeln bringt einen der folgende Bericht aus den Lübecker Nachrichten:

Die Eric-Warburg-Brücke wird Ende des Jahres fertiggestellt, am Lohmühlen-Kreisel und auch an der Einsiedelstraße, der Zufahrt zur Brücke, geht es gut voran. Nur auf der anderen Seite der Trave, am Ostufer, tut sich bisher nichts. Am Konstinkai endet bisher die Brücke und somit auch die Nordtangente. Es fehlt der Anschluss zur Hafenstraße. Doch die Arbeiten dafür sind, so Langentepe, noch nicht einmal ausgeschrieben. LN-online 12. Juni< /small>

Nicht das es sich bei diesem Verkehrsprojekt um Peanuts handelt. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf insgesamt 72 Millionen €. Bei einer solchen Projektgröße verliert man leicht den Überblick und es ist sicherlich nur menschlich, dass auf der einen Seite der Trave die komplette Anbindung steht, während auf der anderen die Brücke ins Nichts führt. Also ich weiß ja nicht! Gibt es für einen solchen Vorgang keine Checkliste oder Ablaufpläne? Aber schön zu lesen, dass der Ruf nach einer Schwarzliste laut wird und die Schuld schnell mal auf andere abgeschoben wird.. Selbst mit Ausschreibungen beruflich geschlagen, kann ich darüber nur milde lächeln. Viele dieser Ausschreibungen strotzen vor sachlichen Fehlern und dem Schlendrian ist Tür und Tor geöffnet. Es gewinnt ja meistens der kostengünstigste Anbieter. Also sollte sich die lieben Herrn Entscheider nciht mal an die eigene Nase fassen und nicht immer auf Teufel komm raus, hauptsächlich nach unten rechts schauen, sondern das Gesamtpaket betrachten. Letztlich sind es ja unsere Steuergelder, die da den Bach runtergehen.

Bitte nicht falsch verstehen! Ich finde es toll, dass sich in Lübeck verkehrstechnisch etwas bewegt. Es wurde ja auch Zeit. Aber alles auf einmal! Umbau des Lohmühlentellers, Umgestaltung der Finkenstraße und und und …

Da fahre ich doch bei schönen Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit. Tue etwas für meine Gesundheit und bin obendrein schneller daheim.

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Im Herrentunnel nichts los

Juni1

Mit großem Brimborium wurde der Herrentunnel eröffnet und als zukunftsweisendes Bauprojekt in der Region gepriesen. Nach kleineren Pannen läuft mittlerweile der Betrieb reibungslos. War es zu Zeiten der in die Jahre gekommenen Herrenbrücke immer mit ein wenig Glück behaftet nicht vor der verschlossenen Brücke zu stehen, quert man die Trave jetzt ohne Schwierigkeiten. Zu Stoßzeiten, wenn man aus Lübeck kommend Richtung See bzw. meinem Elternhaus unterwegs ist, eine echte Zeitersparnis. Der Einheimische fragt sich schon lange wie die Betreiber auf einen grünen Zweig kommen wollen. So wenig Verkehr fließt durch den Tunnel. Bisher bezahlten PKWs pro Durchfahrt 90 Cent. Nun steht diese Nutzungsgebühr auf den Prüfstein. Eine Erhöhung ist wahrscheinlich.

Dem Vernehmen nach wird die normale Passage - aktueller Preis 90 Cent - verteuert. Ein Euro pro Durchfahrt ist im Gespräch. Günstiger soll es aber für diejenigen werden, die sich an Rabattsystemen wie der Quick-Box beteiligen. Da rechnet die Herrentunnelgesellschaft derzeit 0,75 Cent pro Fahrt ab. Die Betreibergesellschaft würde aber auch gerne der Bahn-Card ähnliche Rabattmodelle einführen oder den Autofahren Bonusangebote unterbreiten nach dem Motto: zehnmal zahlen, einmal frei. Mit dem derzeit geltenden Gebührenrecht ist das allerdings schwierig. Denn das gibt starre Regeln vor.

Quelle: LN-Online von Josephine von Zastrow

Berechnungen ergaben, dass die Maut kostengünstiger sei als den Herrentunnel zu umfahren. Die meisten Verkehrsteilnehmer zwingen sich lieber durch die verstopften Straßen der Innenstadt. Im Grunde ist keine Besserung abzusehen, zumal eine weitere Querung gerade im Bau ist und den Verkehrsfluß auf meinem Arbeitsweg erhöht. Stellt sich dem Laien die Frage, war dieses weitere Verkehrsprojekt zum Zeitpunkt der Planung des Tunnels den Betreibern nicht bekannt oder hat man einfach das Verkehrsverhalten nur schön geredet? Letztendlich darf wieder einmal die Zeche der Bürger bezahlen. Entweder im Form von Steuern oder einer höheren Mautgebühr.

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Kein Outlet Center vor den Toren Lübecks

Mai5

Bin wahrlich kein Freund von supergroßen, modernen Einkaufzentren - aber irgendwie finde ich es dennoch schade, dass eine Chance für Lübecks Atrraktivität mit der nicht Ansiedlung eines Factory Outlets vertan wurde. Bezeichnet finde ich ich die Stellungsnahme des Lübecker Einzelhandels dazu

Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) war von Anfang an ein Gegner des Reinfelder Fabrikverkaufs und begrüßt das Signal aus dem Innenministerium. Neumünster habe größere strukturelle Probleme als Lübeck, und ein Standort in der Mitte Schleswig-Holsteins sei für alle Einwohner des Landes gut zu erreichen. Für Hans Frick, Vorsitzender des Lübecker Einzelhandels, steigt die Hoffnung, dass “dieser Kelch an uns vorüber geht”. Er hatte bereits 100 Unterschriften von Geschäftsführern “aller namhaften Firmen in Lübeck” gegen die Ansiedlung des FOC’s in Reinfeld gesammelt. Einem Outlet Center in Neumünster sieht er gelassen entgegen. Quelle Lübecker Nachrichten online 05. Mai 2005

Schlendert der geneigte Tourist durch die Lübecker Straßen ist das Angebot an Geschäften nicht wirklich verlockend. In der Fußgängerzone reiht sich ein Filialist an den nächsten. Erinnern wir uns an den Aufschrei, als Citti seinen Standort zu einem Einkaufzentrum hochzog bzw. darüber diskutiert wurde, Straßen in der Innenstadt für den privaten Verkehr zu sperren. Persönlich gehe ich nicht gerne in Lübeck einkaufen, weil mir einfach das Einkaufserlebnis fehlt. Die Seitenstraßen sind super reizend und bieten schöne individuelle Läden, in die sich wahrscheinlich kein Auswärtiger verirren wird. Solange es keine Plätze zum Verweilen gibt bzw. den Kaufwilligen zum Ruhen angeboten wird, sollte sich der Einzelhandel gegen jegliche Form von Wettbewerb nicht so sehr sträuben. Ein Factory Outlet ist in meinen Augen eher eine Bereichung und wenn ich qualitative Beratung bzw. Ausgefallenes wünsche, suche ich grundsätzlich ein Fachgeschäft auf. Gleichgültig wo sich ein solches Outlet Mekka befindet, der Geneigte wird bestimmt ein Tagesausflug unternehmen und eventuell die örtliche Gastronomie bzw. Einzelhandel beglücken. Sehr schade, um die Einnahme aus der Gewerbesteuer. Die hätten den lübschen Säckel bestimmt ganz gut zu Gesicht gestanden.

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Lübeck ein Meer von Schlaglöchern

Mai1

Das Lübecks Straßen marode sind, daran haben wir uns gewöhnt. Auch daran, dass zu bestimmten Uhrzeiten auf Lübecker Straßen der Stillstand herrscht. Dieser Winter hat den Verkehrswegen dermaßen arg zu gesetzt, dass man ein wahrhaftiger Slalomkünstler sein muss, um sein treues Wägelchen nicht in ein Schlagloch zu manövrieren. Aufgeschreckt hat mich allerdings die folgende Nachricht:

Man könne nicht länger abwarten und auf die Sanierung von Straßen hoffen, schreibt Nibbe an Boden: “Wir fordern Ihren Fachbereich auf, für eine ordnungsgemäße Herstellung und Unterhaltung der Fahrbahnabschnitte an den Haltestellen zu sorgen.” Ansonsten werde der Stadtverkehr marode Haltestellen ab sofort nicht mehr bedienen. Die Busse müssten dann in Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde vor oder hinter den Haltestellen stoppen, um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Denkbar sei auch, die Haltestelle ganz auszulassen. Die Haltestelle am Holstentorplatz ist nach einer internen Liste der Busbetriebe die schlimmste. Nach Nibbes Angaben gibt es drei bis vier weitere Sorgenkinder. Quelle ln-online/lokales vom 26.04.2006 01:00

Wie schlimm muss es um die Straßen bestellt sein, wenn schon ein Anbieter des öffentlichen Nahverkehrs zu solchen Maßnahmen greift. Auch mein Arbeitsweg ist auf dem letzten Kilometer von Schlaglöchern übersät und das auf einer Hauptverkehrsstraße. Um den jetzt schon gut 10 cm tiefen Stolperfallen auszuweichen, schlängeln sich die Pendler im Schritttempo durch das Löchermeer bzw. vesuchen durch geschicktes Manövrieren den gröbsten Löchern aus dem Wege zu gehen. Dies hat natürlich zur Folge, dass die noch heile Fahrbahn in naher Zukunft auch den Geist aufgibt. Bin wirklich gespannt, wann sich da etwas tut bzw. sich die Firmenchefs hier im Gewerbegebiet Roggenhorst zusammentun und intervenieren. Aber was machen, wenn die Taschen leer sind. Dazu passt dann auch folgende Meldung ebenfalls aus den Lübecker Nachrichten:

Die Stadt will Geld kassieren für ihre Sporthallen. Wer dort trainiert, soll zahlen. Das geht aus einem internen Papier der Verwaltung hervor. So plant die Stadt, Gebühren ab dem 1. Januar 2007 zu erheben. Je nach Größe der Halle kostet eine Stunde zwischen zwei und zwölf Euro. Auch für Sportplätze fällt das neue “Eintrittsgeld” an. Hier liegt der Satz bei fünf Euro für 60 Minuten. Die Stadt erhofft sich Einnahmen von jährlich bis zu 150 000 Euro.

Andere Städte überlegen sich wie man weitere Sportangebote schaffen kann, um Jugendliche von der Straße zu locken und Lübeck verknappt diese Angebote aufgrund der knappen Haushaltslage. Vielleicht könnte man ja einige öffentliche Einrichtungen privatisieren bzw. outsourcen. Mir fiele spontan der geplante Verkauf der LHG und des Hafens ein. Und zwar ohne eine absolute Mehrheit für die Stadt.

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