Januar29
Gestern erhielt ich per SMS die Anfrage, ob ich Lust und Zeit hätte am Sonntag das Racket zu schwingen. Klar hatte ich Lust. Also schulterte ich heute rechtzeitig meine Tennistasche und machte mich auf zur Halle. Schon das Einspielen war spitze. Erst im Kleinfeld und dann lange Bälle. Es klappte beinahe alles. Nur die Rückhand machte mir unnötig das Leben schwer. Nach gut 20 Minuten des Aufwärmens, begann das Match. Mein Gegner übte enormen Druck aus und traf jeden Ball. Schnell lag ich im Hintertreffen. Gedanklich hatte ich den ersten Satz schon abgeschenkt. Aber plötzlich war ich im Spiel und gewann knapp den Satz. Im zweiten hatte ich leichtes Spiel. Der Aufschlag kam ganz passabel, die Rückhand landete häufiger im Feld und die Vorhand war eine Bank. Das Ergebnis 6:4 und 6:2 ist deutlicher als das umkämpfte Match in Wirklichkeit war. So ein Sieg am Sonntagabend tut gut. Und morgen Training! Werde vorschlagen, Volley oder Bälle aus dem Mittelfeld zu trainieren. Derzeit eine echte Schwachstelle.
Juli10
War das nicht ein super, sonniger Sonntag. Und was man mit einem solchen Tag? An den Strand fahren, Schlafen, ein Buch lesen oder den Tag am Computer verbringen. Alles falsch. Man zieht seine Laufschuhe an und läuft. Nach langer Zeit konnte ich meinen inneren Schweinehund überwinden und war mental voll auf Laufen eingestellt. Ein gutes Zeichen! Was aber jetzt kommt gehört näher in den Bereich Wahnsinns.
Also schnelle Katzenwüsche, geduscht wird ja später, die Pulsuhr eingestellt und zur Tür hinaus. Die Sonne hatte noch nicht ihren Zenit erreicht und es wehte ein klühles Lüftchen. Ideales Laufwetter. Schon geraume Zeit hatte ich die Idee von Lübeck nach Schwartau zu laufen. Warum nicht heute? Gedacht, getan. Normalerweise mit etwas Training gar kein Problem. Aber nach mehrwöchiger Pause, ein wenig gewagt. Nicht mal die Grenzen des Lübecker Stadtgebietes verlassen und ich wollte umgekehren. Mein Ehrgeiz ließ dieses aber nicht zu. Weiter geqäult und immer an der Strasse entlang. Der Puls schnellt in ungeahnte Höhen. Noch eine Kurve, dann die verfluchte Gerade - immer geradeaus kein Schatten. Die Sonne steigt immer höher, die Temperatur steigt. urdEin nä chstes Ziel setzen - bis zur Kurve, dann weiter bis zum Silo, komm Junge bis zum Kran kein Problem! Die Beine werden schwerer. Die Aussicht den letzten Kilometer durch kühlen Wald zu laufen, mobilisierte nochmal die Kräfte. Der Mund wurde trocken - wozu auch Wasser mitnehmen. Im Wald angekommen wurden die Beine schwer wie Blei. Jetzt hieß es nur noch durchhalten, denn am Ziel wartete eine kühle Dusche, eine leckere Apfelschorle und ganz viel Entspannung.
Nach etwas über 1 Stunde habe ich mein Ziel durchgeschwitzt und völlig kaputt erreicht. Finischer! Es wurde noch einen schöner Tag. Zurück nahm ich den Fahrservice gerne in Anspruch. Die gleiche Tour retour und ich wäre morgen platt gewesen und hätte keinen Ball beim Tennistraining getroffen. Ob ich morgen Muskelkater haben werde?
Und da gibt es Menschen, die Schwimmen 3,8 Kilometer, fahren 180 Kilometer mit dem Rad und laufen dann noch einen Marathon. Respekt! Ich werde wohl nie eine Marathon laufen - der vielleicht doch!