Kunterbunte Taxiwelt
In meiner Jugend konnte man Taxen ohne Probleme von weitem erkennen. Kam ein hellelfenbeinfarbenes Gefährt um die Ecke geschossen war man sicher, dass es sich dabei um ein Auto zur endgeldlichen Personenbeförderung handelte. Seit knapp einem Jahr hat RAL 1015 ausgedient. Dem Taxigewerbe steht die Fuhrparkfarbgebung frei. Die für Bus und Taxi vorbehaltenen Fahrbahnen bevölkern jetzt schwarze, silberne, rote, grüne oder blaue PKWs. Einzig am bekannten Taxischild ist ersichtlich, dass es sich um ein Taxi handelt. Was wäre London ohne seine legendären schwarzen Taxen, Griechenland oder New York ohne die gelben Droschken? Scheinbar ist es zur Zeit schick vom Althergebrachten abzuweichen und seine Individualität durch eine möglichst auffällige Farbwahl zu unterstreichen. Auch wenn man mich jetzt für einen Traditionalisten bzw. für engstirnig hält, ich liebe die hellelfenbeinfarbenen Taxen und würde auch nur in ein solches steigen. Nicht immer steht Liberalisierung für einen Fortschritt. Gerade in einer sich immer schneller drehenden Welt, können Traditionen und all hergebrachte Werte einen Anker darstellen.